Lübecks Hafen vor der Zerreißprobe

Fast alle Arbeiter beim insolventen Hafenbetriebsverein werden gegen die LHG klagen. Und haben offenbar gute Chancen

Lübeck. Die entscheidende Frage ist: Was wird billiger für die Lübecker Hafen-Gesellschaft (LHG)? Eine Einigung ohne Richter – oder eine Entscheidung des Arbeitsgerichts? Denn dem mehrheitlich städtischen Unternehmen droht eine Klageflut. 150 Hafenarbeiter des insolventen Hafenbetriebsvereins (HBV) wollen sich einklagen.

„Es ist davon auszugehen, dass alle gegen die LHG klagen werden“, bestätigt Verdi-Gewerkschaftssekretär Christian Manke. Damit müsste das Arbeitsgericht 150 Fälle verhandeln. Und die Chancen stehen gut, dass die Hafenarbeiter Recht bekommen. „Die Klagen sind gut begründet“, sagt der Vorsitzende Richter Olaf Möllenkamp bei der ersten Güteverhandlung. Die LHG auf der Gegenseite hat indes noch nichts Schriftliches vorgelegt. Bis Ende September muss sie das tun. Im November ist die Verhandlung vor der Kammer. Der Streitpunkt: Waren die HBV-Mitarbeiter im Kern Beschäftigte der LHG oder nicht? Denn die LHG hat jahrzehntelang Mitarbeiter des HBV ausgeliehen, um Arbeitsspitzen abzupuffern. Jetzt ist der HBV seit Anfang Juni insolvent. Die Jobs von bis zu 150 Hafenarbeitern sind bedroht. Weiter lesen