Die Häfen im „echten Norden“: Nachhaltigkeit und Wachstum im Einklang

In Husum richtete der Gesamtverband Schleswig-Holsteinischer Häfen e.V. (GvSH) seinen inzwischen 5. Hafentag aus. Über 130 Teilnehmer aus der maritimen Wirtschaft, aus der Politik und aus den Interessenverbänden diskutierten im Husumer Rathaus mit Robert Habeck, Minister für Energiewende, Landwirtschaft, Umwelt und ländliche Räume über die Vereinbarkeit von Wachstum und Umweltschutz in den Häfen sowie über die besonderen Herausforderungen der Westküstenhäfen in Schleswig-Holstein.

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Der Vorstandsvorsitzende des GvSH, Ulfbenno Krüger, wies daraufhin, dass die Hafenwirtschaft Umweltschutzziele unterstützt. Hierbei müsse allerdings darauf geachtet werden, dass weder national noch international Wettbewerbsverzerrungen entstünden. So sei es für die schleswig-holsteinische Hafenwirtschaft nicht nachvollziehbar, warum schärfere Emissionsgrenzwerte zwar für die Nord- und Ostsee gelten würden, allerdings nicht für andere europäische Schifffahrtsgebiete.

Für die schleswig-holsteinischen Westküstenhäfen müssten Perspektiven aufgezeigt werden, wie sich Benachteiligungen gegenüber anderen Verkehrsträgern zukünftig vermeiden ließen. So gibt es in Husum als landeseigener Hafen Schleswig Holsteins nicht genügend Tiefgang, um Standardschiffe abzufertigen. Diese können heute den Hafen nur anlaufen, wenn sie bereits teilentladen ankommen. Dies macht den Seetransport in letzter Konsequenz unattraktiv. Volker Zander fordert als
Vorstandsmitglied des GvSH: „Eine Wassertiefe, die einen Tiefgang von mindestens 4,70 Meter erlaubt, ist für den Husumer Hafen überlebensnotwendig und muss schnellstmöglich und nachhaltig hergestellt werden.“ Ulfbenno Krüger ergänzt: „Die seewärtigen und landseitigen Zu- und Abwegungen zu den Häfen sind die Lebensadern der Häfen.“ Minister Habeck betont: „Die Schleswig-Holsteinische Hafenwirtschaft ist für Schleswig-Holstein von großer Bedeutung. Sie ist aber nur dann zukunftsfähig, wenn sie sich unter Berücksichtigung der Umweltbedingungen weiter entwickelt. Saubere Meere und attraktive Küsten sind unser Kapital. Erhalt von Fahrwassertiefen, der Umgang mit Sedimenten aber auch die ordnungsgemäße Abwasserentsorgung der großen Kreuzfahrtschiffe in den Häfen sind deshalb zentrale Themen.“

Die von Eckhard Arndt vom THB moderierte Podiumsdiskussion beleuchtete die Forderungen aus Politik und der Hafenwirtschaft aus verschiedenen Perspektiven. Die Kombination aus funktionierendem Umweltschutz, Tourismus und dem Wunsch nach Mobilität der Bürger und der Logistikbranche muss in Gesamtheit in Übereinstimmung gebracht werden.
So lag ein Schwerpunkt der Diskussion auf den fehlenden Standards und Anreizsystemen der Politik, um beispielsweise Hafenauffangeinrichtungen in den Häfen zu errichten oder LNG Terminals zu etablieren.

Insgesamt gelang es mit dem nunmehr 5. Hafentag, Entscheidungsträger aus Wirtschaft, Politik und Interessenverbänden zusammenzuführen und die Bedeutung der Logistikdrehschreibe Schleswig-Holstein im Kontext von Tourismus und Umweltschutz zu positionieren. Der Verband sieht es als seine Aufgabe an, weiterhin die maritime Wirtschaft zum Wohle aller zu fördern und ihre Position zu festigen.

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Bild 1: v.l.n.r: Eckhardt Arndt, THB; Uwe Schmitz, Bürgermeister Husum; Ulfbenno Krüger, Vorstandsvorsitzender GvSH; Robert Habeck, Minister für Energiewende, Landwirtschaft, Umwelt und ländliche Räume in Schleswig-Holstein; Frank Schnabel, stellvertretender Vorstandsvorsitzender GvSH; Volker Zander, Vorstand GvSH

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Bild 2: Robert Habeck, Minister für Energiewende, Landwirtschaft, Umwelt und ländliche Räume in Schleswig-Holstein

Info-Block Gesamtverband Schleswig-Holsteinischer Häfen e.V.

Der Gesamtverband Schleswig-Holsteinischer Häfen (GvSH) wurde im Februar 2008 gegründet und repräsentiert mit seinen 24 Mitgliedern die maritime Wirtschaft in Schleswig-Holstein. Die Logistikdrehscheibe Schleswig-Holstein fungiert als Bindeglied zwischen Nord- und Ostsee und nach Skandinavien. Mit ca. 50 Millionen Tonnen Ladung und zusätzlich ca. 15 Millionen Passagieren erzeugt die Hafenwirtschaft in Schleswig-Holstein eine bedeutende Wertschöpfung. Die maritime Hafenwirtschaft zieht Industrie- und Dienstleistungsansiedlung nach sich und kann somit als Jobmotor fungieren. Aufgabe des Vereins ist es, gemeinsame Interessen gegenüber Wirtschaft, Politik und Behörden zu vertreten und den Erfahrungsaustausch untereinander in hafentechnischen und hafenwirtschaftlichen Fragen zu fördern und diese zu unterstützen. Die Mitglieder des GvSH repräsentieren 90% des Hafenumschlages in Schleswig-Holstein.

Quelle Bild und Text: Gesamtverband Schleswig-Holsteinischer Häfen e.V.

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